
Klein und leicht oder groß und mit Top-Qualität? Kameras gibt es in den vielen Ausführungen. Mit der Kaufberatung von COMPUTER BILD behalten Sie den Überblick.
Mal eben ein Erinnerungsfoto schießen? Oder ein Selfie? Das geht am besten mit dem Smartphone. Aber für Bilder in Topqualität ist eine Digitalkamera immer noch besser, weil sie per Zoom näher rankommt, weil sie schneller scharf stellt, weil die Bildqualität besser ist, und, und, und. Wer nicht noch Wochen oder Monate warten will, bis die Neuheiten der Photokina (20. bis 25. September 2016) in die Läden kommen, findet hier Tipps zur Auswahl der perfekten Digitalkamera.
Mehr Zoom, mehr Möglichkeiten
Es fängt schon mit dem Zoom-Objektiv an ? im Gegensatz zu Smartphones gehört das bei Digitalkameras zur Standardausstattung. Damit lichtet der Fotograf beeindruckende Weitwinkel-Panoramen ab oder holt weit entfernte Motive formatfüllend heran. In extreme Tele-Bereiche stoßen Superzoom-Kameras wie die Canon Powershot SX540 HS vor, doch selbst superkompakte Modellen wie die Panasonic Lumix TZ81 bringen ordentlich Zoom mit: Bei der TZ81 beispielsweise ein 27-fach-Zoom.
Bestenliste: Kompaktkameras
35 Kameras
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Nach den eigenen Vorgaben
Als Faustregel gilt: Je teurer die Kamera, desto mehr Tasten und Räder hat sie. Da muss man sich zwar erst mal einarbeiten, aber danach klappt die Bedienung schneller als bei einfachen Geräten: Weil Änderungen an den Kamera-Einstellungen kein Scrollen durch lange Menüs mehr erfordern, lässt sich beispielsweise mit einem schnellen Dreh zur Blendenautomatik wechseln, um mit einer superkurzen Verschlusszeit Bewegungen einzufrieren. Oder Sie verschieben per Extra-Joystick den Autofokus-Messpunkt blitzschnell auf die gewünschte Stelle im Bild.
Das Motiv immer im Blick
Wenn die Sonne brennt, ist auf einem Display kaum etwas zu erkennen ? egal, ob es zu einer Kamera oder zu einem Smartphone gehört. Viele Digitalkameras bieten mit einem Sucher eine praktische Alternative. Aufnahmen über Kopf und in Bodennähe erleichtern viele Kameras wiederum mit einem klappbaren Display. Kompaktkameras und Systemkameras haben elektronische Sucher, bei den Spiegelreflexmodellen schauen Sie durchs Objektiv. Brillenträger sollten Probe gucken. Bei kleineren Suchern ist es oft schwierig, das ganze Sucherbild mit Brille zu erfassen. Je teurer die Kamera, desto größer und besser sind die Sucher: Die besten stecken in teuren Profi-Modellen wie der Canon EOS-1D X Mark II, der Nikon D5 oder der Leica SL. Wer leichte Abstriche machen kann, fährt deutlich günstiger ? etwa mit der Canon EOS 80D, der Nikon D500 oder der Panasonic Lumix GX8.
Bestenliste: Spiegelreflexkameras
28 Kameras
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Top-Bilder bei jedem Licht
Top-Smartphones wie das Apple iPhone SE oder das Motorola Moto X Force liefern ähnlich gute Bildqualität wie günstige Kompaktkameras, denn sie sind mit vergleichbaren Bildsensoren ausgestattet. Teurere Digitalkameras haben dagegen meist deutlich größere Sensoren. So stecken in der Panasonic Lumix TZ101 und der Sony Cyber-shot RX10 III 1-Zoll-Sensoren. Mit einer Größe von 8,8×13,2 Millimetern sind sie etwa viermal größer und sammeln deutlich mehr Licht als die winzigen Smartphone-Sensoren. Das sorgt schon in heller Umgebung für höhere Bildqualität ? aber ihre Stärken spielen große Sensoren bei wenig Licht aus, weil kein hässliches Bildrauschen stört. Je größer der Sensor, desto stärker ist dieser Effekt. Die beste Qualität liefern Kameras mit Vollformat-Sensoren (24×36 Millimeter) wie die Nikon D5 oder die Sony Alpha 7R II. Doch auch für wesentlich weniger Geld gibt es Schummerlicht-taugliche Kameras, etwa die Fujifilm X-T10 oder die Nikon D3300.
DSLR oder Systemkamera?
Wer eine besonders vielseitige Kamera sucht, landet schnell bei einer DSLR oder Systemkamera. Denn für die gibt es besonders viel Zubehör. Wer viel Sport fotografiert, greift besser zur DSLR ? die führen die Schärfe meist besser nach als Systemkameras und halten länger durch. Mit einer DSLR darf man auch mal ein ganzes Fußballspiel lang fotografieren, ohne den Akku wechseln zu müssen. Bei der Akku-Laufzeit schwächeln Systemkameras prinzipbedingt ? schließlich müssen hier Bildsensor und Bildschirm oder Sucher immer an sein. Dafür punkten sie mit deutlich kleineren Kameragehäusen. Selbst Vollformat-Modelle wie die Sony Alpha 7R II sind noch ziemlich mini. Für die Objektive gilt das nicht. Hier hängt die Größe weniger vom Kamerakonzept und mehr von der Sensorgröße ab. Wer mit besonders leichtem Gepäck reisen will, nimmt am besten eine Systemkamera mit kleinerem Sensor, etwa das Micro-FourThirds-Modell Panasonic Lumix GX80 oder die Nikon 1 J5.
Bestenliste: Systemkameras
34 Kameras
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Optischer oder elektronischer Sucher?
Wer bereits vor der Aufnahme wissen will, wie die Belichtung oder Farbdarstellung ausfallen, kann sich das bei einer Systemkamera auch im Sucher anschauen, bei einer DSLR klappt das nur im Liveview auf dem eingebauten Display. Dafür ist das Sucherbild einer DSLR immer verzögerungsfrei, Systemkameras brauchen immer ein paar Millisekunden zur Bildverarbeitung bevor sie das Sucherbild angezeigen. Bei aktuellen Kameras wie der Canon EOS M5 oder der Fujifilm X-T2 und gutem Licht sieht man nur selten eine Verzögerung. Doch wenn es dunkel wird, wird die Verzögerung deutlicher und kann dann für nervige Ruckler sorgen, vor allem bei schnellen Kameraschwenks.
Perfekt zum Filmen
Videofilmer finden bei Panasonic eine besonders große Modellauswahl, wenn es darum geht, Videos mit 4K-Auflösung (3840×2160 Pixel) aufzunehmen. Bereits in der Kompaktklasse gibt es 4K-taugliche Kameras, etwa die Panasonic Lumix TZ81. Wer gerne mit der Schärfentiefe spielt, sollte aber ein Modell mit größerem Sensor wie die Panasonic Lumix TZ101 nehmen oder eine Systemkamera wie die Panasonic Lumix GX8. Sony hat ebenfalls eine größere Auswahl an Kameras, die Videos in 4K aufnehmen, dazu gehören beispielsweise die teuren Vollformat-Systemkameras Sony Alpha 7R II und Sony Alpha 7S II, aber auch Kompaktkameras wie die Sony Cyber-shot RX10 III oder die Sony Cyber-shot RX100 IV. Was das bringt? Mit 4K gibt es deutlich mehr Details zu sehen ? besonders mit einem UHD-Fernseher, aber selbst auf einem Monitor oder TV-Gerät mit Full-HD-Auflösung sehen die Videos besser aus.
Das sind die besten Action-Cams
26 Kameras
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Der Preis für die Pracht: Videos in 4K belegen deutlich mehr Speicherplatz. In Topqualität muss man mit etwa 700 bis 800 Megabyte pro Minute einplanen. Ein schneller Computer ist ebenfalls Pflicht. Aktuelle Notebooks und PCs spielen 4K-Videos zwar meist flüssig ab, doch beim Bearbeiten muss ein richtig schneller Prozessor im Computer stecken, beispielsweise ein Intel Core i7-6700K. Action-Filmer bleiben aber besser bei Full HD, denn in 4K wird meist mit maximal 30 Bildern pro Sekunde gefilmt ? das sorgt für störende Wischer bei schnellen Bewegungen. Kameras, die 4K mit 60 Bilder pro Sekunde aufnehmen können, sind noch dünn gesäht und meist teuer. Dazu zählt beispielsweise die Canon EOS-1D X Mark II ? die Profikamera kostet schon ohne Objektiv 6.300 Euro. Wer sich selbst beim Skifahren, Surfen oder Radfahren filmen will, greift am besten zur einer speziellen Action-Cam. Welche Geräte empfehlenswert sind, lesen Sie hier.

Flexibel: Für Spiegelreflex- und Systemkameras gibt es eine Vielzahl von Objektiven. Allerdings haben Sie damit unterwegs auch mehr zu schleppen.
Empfehlenswerte Wechselobjektive für Canon, Nikon & Co.
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Was kein Smartphone leistet
Der größte Vorteil von Spiegelreflex- und Systemkameras ist das wechselbare Objektiv. Für Porträts etwa ist ein lichtstarkes Tele sinnvoll. Gute Objektive wie das Canon EF 50mm 1:1,8 STM oder das Nikon AF-S Nikkor 50mm 1:1,8G gibt es schon für 120 bis 180 Euro. Mit einer APS-C-Kamera wie der Canon EOS 750D oder der Nikon D5500 liegen ihre Brennweiten bei 80 Millimeter (umgerechnet aufs Kleinbildformat). Damit gelingen Porträts, bei denen der Hintergrund schon in Unschärfe versinkt ? das leistet kein Smartphone. Systemkamera-Besitzer kommen nicht ganz so günstig weg, müssen aber auch keine Riesensummen für ein Porträtobjektiv bezahlen: Das Olympus M.Zuiko Digital 45mm 1:1,8 für Micro FourThirds-Kameras von Sony kostet etwa 210 Euro, das Sony E 50mm 1:1,8 OSS für Sony APS-C-Kameras wie die Sony Alpha 6300 etwa 250 Euro. Alle großen Kamerahersteller bieten Dutzende Wechselobjektive an. Dazu kommen noch einmal die Objektive von Spezialherstellern wie Tamron, Tokina, Sigma und Zeiss. Empfehlenswerte Optiken finden Sie hier. Wer aufs letzte Quäntchen Qualität legt, muss oft tief in die Tasche greifen und große sowie schwere Linsen wie die Zeiss Otus-Objektive durch die Gegend schleppen ? das lohnt sich vor allem für Fotografen, die ihre Bilder vornehmlich als Poster ausdrucken.